Netzwerk Rechte der Natur e.V.
Förderung der inhaltlichen und strategischen Professionalisierung des Netzwerks (Förderzeitraum: seit 2024)
Unser Artenschutzgesetz unterliegt regelmäßig vor Gericht, wenn es um die wirtschaftlichen Interessen von Landwirten, Eigentümern und Investoren geht. Die Umweltschutzgesetzgebung regelt die Zerstörung der Umwelt, aber beendet sie nicht. Unser Tierschutzgesetz schützt nicht die Tiere, sondern regelt ihre Nutzung. Damit die Natur (Ökosysteme, Flora und Fauna) den Schutz erhält, der so dringend erforderlich ist, fordert das Netzwerk Rechte der Natur die Ökologisierung des Rechts und Eigenrechte für die Natur.
Das Netzwerk Rechte der Natur ist ein überparteilicher Zusammenschluss von Vertreter:innen aus Rechtswissenschaft, Rechtspraxis, Naturschutz, Politik, Zivilgesellschaft und engagierten Privatpersonen. Es informiert über die grundlegende Möglichkeit, die Rechte der Natur im Grundgesetz zu verankern, und regt zum Nachdenken über unsere Werte sowie über unsere Beziehung zur natürlichen Mitwelt an. Das Netzwerk betreibt Anwaltschaft für die Natur und vertritt deren Interessen durch Veröffentlichungen, Veranstaltungen, offene Netzwerktreffen und zahlreiche Gespräche.
Das deutsche Netzwerk, dessen Aufbau und Professionalisierung die Selbach-Umqwelt-Stiftung in einem auf drei jahre angesetzten Projekt fördert, ist Teil einer weltweiten Bewegung für die Rechte der Natur – etwa im Rahmen der Global Alliance for the Rights of Nature (GARN). In Ländern, in denen diese Rechte bereits umgesetzt wurden, zeigt sich: Gerichte entscheiden zunehmend im Sinne des Überlebens der Natur. Das bedeutet jedoch nicht, dass die Natur automatisch „gewinnt“. Vielmehr findet eine Abwägung zwischen menschlichen Interessen und den Rechten der Natur statt – auf Augenhöhe.
Das Netzwerk Rechte der Natur formuliert für sich selbst folgende Vision:
"Wir streben eine Welt an, in der die Menschen ihre ausbeuterische und selbstzerstörerische Beziehung zur Natur in eine respektvolle und kooperative Beziehung verwandeln. Der Planet Erde ist ein lebendiges Netzwerk aus Zusammenhängen, Symbiosen und Abhängigkeiten, das unser Überleben mit dem der Pflanzen und Tiere verknüpft.
Ein wesentlicher Schritt auf diesem Weg ist die Schaffung eines Rechtssystems, das die Natur als mit Rechten ausgestattete Einheit anerkennt und schützt, anstatt sie als Eigentum zu behandeln, das ausgebeutet werden kann. Indem wir den anthropozentrischen Blick überwinden und die Rechte der Natur respektieren und durchsetzen, tragen wir zur Gesundheit und Integrität der natürlichen Umwelt bei. Dies ist eine der transformativsten Maßnahmen, um eine gemeinsame Zukunft für alle zu sichern und die Ursachen der Klimakrise sowie des Artensterbens zu bekämpfen."
Website (mit Veranstaltungshinweisen)
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Verfassungsbeschwerde gegen das entkernte Klimaschutzgesetz der Bundesregierung
Unterstützung der Deutschen Umwelthilfe e.V. (DUH) bei der juristischen Auseinandersetzung um das 2023 novellierte Klimaschutzprogramm der Bundesregierung (Förderzeitraum: 2024/25)
Das Bundesverfassungsgericht hat in seinem Klimabeschluss von 2021 das Gebot des intertemporalen Freiheitsschutzes etabliert. Das bedeutet vereinfacht gesagt, dass notwendige Klimaschutzmaßnahmen nicht in die Zukunft verschoben werden dürfen, weil dadurch später umso härtere Grundrechtseingriffe notwendig werden. Dadurch rückt auch das Klimaschutzprogramm und die vorgelegten Klimaschutzmaßnahmen der Bundesregierung in den Fokus verfassungsrechtlicher Erwägungen. Dadurch, dass im Klimaschutzprogramm festgelegt wird, wie viel CO2 in den nächsten Jahren tatsächlich noch ausgestoßen wird und wann und durch welche Maßnahmen CO2 reduziert werden soll, wirkt sich das Programm maßgeblich auf die notwendige Sicherung intertemporaler Freiheit aus.
Das Problem: Das Klimaschutzprogramm, das die Bundesregierung im Oktober 2023 vorgelegt hat, ist nicht dazu in der Lage, die Erreichung der Klimaziele zu gewährleisten. Das Klimaschutzprogramm ist darüber hinaus derart vage, dass noch nicht einmal eine zuverlässige Abschätzung getroffen werden kann, wie viel CO2 mit ihm tatsächlich eingespart wird. Viele der im Klimaschutzprogramm 2023 aufgeführten Vorhaben sind zudem bloße Absichtserklärungen, aber keine schlüssig ausgestalteten Maßnahmen.
Das mangelhafte Klimaschutzprogramm ist auch deshalb besonders problematisch, weil mit der beschlossenen Entkernung des Klimaschutzgesetzes die bisher bestehende Orientierungsfunktion verbindlicher, jährlicher Sektorvorgaben verloren geht. Allein aus diesem Grund müsste im Klimaschutzprogramm konkretisiert werden, in welchen Jahren und welchen Sektoren mit Klimaschutzmaßnahmen zu rechnen ist. Diese Konkretisierung sucht man jedoch im Klimaschutzprogramm 2023 vergeblich.
Das Klimaschutzprogramm ist deswegen durch die Nicht-Erreichung der deutschen Klimaziele nicht nur ein klarer Verstoß gegen die Vorgaben des Klimaschutzgesetzes, sondern bricht darüber hinaus mit der Vorgabe intertemporalen Freiheitsschutzes des Bundesverfassungsgerichts. Es ist nach Auffassung der Deutschen Umwelthilfe (DUH) und vieler weiterer Rechtsexperten und Nichtregierungsorganisationen verfassungswidrig. Die DUH hat deswegen – parallel mit anderen Klägern aus der Zivilgesellschaft – Verfassungsbeschwerde gegen das Klimaschutzprogramm 2023 eingereicht. Die Selbach-Umwelt-Stiftung beteiligt sich an der Finanzierung der Rechtsanwaltskosten für diese Verfassungsbeschwerde.
Nähere Informationen zu der Klimaklage der DUH (Website)
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Olytopia
Förderung eines nachbarschaftlichen Nachhaltigkeitsprojektes im Münchner Olympiadorf von rehab republic e.V. (Förderzeitraum: seit 2024)
Das Münchner Kreativkollektiv rehab republic hat unter dem Titel "Olytopia" 2019 ein nachbarschaftliches Nachhaltigkeitsprojekt im Olympiadorf München ins Leben gerufen. Das partizipative Projekt verfolgt innerster Linie das Ziel, das Quartier gemeinsam mit Bewohner:innen und Interessierten ökologisch, ökonomisch und sozial nachhaltiger zu gestalten. Da besonders städtische Quartiere geeignete Orte und Treiber eines gesellschaftlichen Wandels sein können, spielen solche Quartiersinitiativen eine wichtige Rolle. Durch den Fokus auf ein bestimmtes Viertel wurden bei Olytopia nachhaltige Angebote in direkten Wohnumfeld der Betroffenen geschaffen. Im Austausch mit anderen Quartiersinitiativen werden die Ideen und Erfahrungen zudem in andere Viertel Münchens hineingetragen.
Da regelmäßige Präsenz ein Schlüssel für die erfolgreiche Quartiersrarbeit ist, werden seit 2024 in der Regel zweimal im Monat Treffen organisiert, bei denen neues Wissen angeeignet, Fähigkeiten geteilt und nachhaltige Ideen ausprobiert werden können. die Arbeitsgruppen betreffen folgende Themenfelder: Ernährung & Begrünung, Kommunikation, Konsum – reparieren, tauschen, teilen und verschenken, Lebensmittelverschwendung, Mobilität, Mülltrennung/-vermeidung sowie Nachbarschaft & Soziales.
Projektwebsite
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Isarführungen
Umweltbildungsprojekt der NaturFreunde Deutschlands – Bezirk München e.V. für Grundschulen und Vorschulkinder (Förderzeitraum: seit 2022)
Nach der Pandemie und ihren Lockdowns steigt bei Schulen die Nachfrage nach "Unterricht im Freien". Die NaturFreunde bieten daher am Flusslauf der weitgehend wieder renaturierten Isar Exkursionen für Schulkinder an. Dabei wird den Kindern die Bedeutung der Isar für die Entwicklung Münchens dargelegt, auf Gefahren hingewiesen, die von dem Fluss ausgehen können, aber auch auf die vielfältigen Bedrohungen des Flusses durch die Menschen. Die Kinder sammeln z.B. Müll, stellen die Funktion einer Kläranlage nach und bestimmen die Wasserqualität des Flusses an Hand von Kleinstlebewesen. Die Wanderung findet dann ihren Abschluss mit einem gemeinsamen Lagerfeuer. Zusätzlich werden themenspezifischen Bildungstage für Vorschul- und Grundschulkinder angeboten, 2023 z.B. über Bienen und Imkerei ("Dem Imker über die Schulter geschaut") sowie eine Bibersafari in den Isarauen. – Die Selbach-Umwelt-Stiftung bezuschusst die Isarführungen, um auch Kindern aus einkommensschwachen Familien eine Teilnahme zu ermöglichen.
NaturFreunde Deutschlands – Bezirk München e.V. (Website)
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Fridays For Future
Förderung der politischen Protestbewegung von Schülerinnen und Schülern sowie jungen Erwachsenen zur Umsetzung der globalen Klimaschutzziele (Förderzeitraum: seit 2019)
Im August 2018, zu Beginn des neuen Schuljahres, beschließt die damals 15-jährige Schwedin Greta Thunberg, die Schule zu bestreiken, weil die Klimapolitik der schwedischen Regierung nicht ausreicht, um die globale Erwärmung auf 1,5 Grad zu begrenzen. Innerhalb kürzester Zeit geht die Nachricht um die ganze Welt und junge Menschen aus den unterschiedlichsten Ländern erkennen im Mittel des Schulstreiks eine Chance, ihre Stimme hörbar zu machen. So auch in Deutschland, wo unmittelbar nach der Klimakonferenz in Kattowicz, Mitte Dezember 2018 in Berlin die erste Fridays-for-Future-Demonstration statt. Bereits wenige Wochen später, am 18. Januar 2019, fanden sich 10.000 junge Menschen aus ganz Deutschland zur erste bundesweiten Fridays-for-Future-Demonstration in Berlin statt. Sie überreichten einen Offenen Brief an die Kohlekommission, indem sie den Kohleausstieg bis 2030 forderten.
Die Selbach-Umwelt-Stiftung hat bereits sehr früh die Fridays-for-Future-Bewegung unterstützt, so z.B. durch Reisekostenzuschüsse oder durch Spenden für die Münchner Aktionsgruppe. Die jüngsten Aktionen, die von der Selbach-Umwelt-Stiftung finanziell unterstützt wurden, waren die Durchführung des Klimastreiks in München am 24. September 2021, kurz vor der Bundestagswahl, sowie des Globalen Klimastreiks am 25. März und 23. September 2022 sowie am 3. März und 15. September 2023 in München. Am 31. Mai 2024 fand in München und anderen Städten Deutschlands eine Kundgebung zur damals bevorstehenden EU-Wahl an.
Fridays for Future Deutschland (Website)
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Münchner Umweltzentrum e.V.
Schulklassenprogramm
Ökologische Bildungsarbeit für Schulklassen (Förderzeitraum: seit 2005)
Das Münchner Umweltzentrum e.V im Ökologisches Bildungszentrum München bietet ein umfangreiches Programm für Schulklassen an. Seit dem 2. Halbjahr 2005 unterstützt die Selbach-Umwelt-Stiftung die Bildungsarbeit für Schulkinder. Die jeweils dreistündige Veranstaltungen sind unterschiedlichen Themen gewidmet wie zum Beispiel: "Wasser- ein geheimnisvolles Lebenselixier", "Wir erforschen den Boden", "Feuer-Erde-Wasser-Luft", "Lebensraum Hecke", "Vom Korn zur Semmel" und "Gesunde Ernährung".
Kontakt: Münchner Umweltzentrum e.V.