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Das System Milch


Milch ist für uns vor allem eins – gesund, natürlich und nährreich. Genau das macht sie für den Markt so unglaublich attraktiv. Aber ist sie das wirklich? Wir begeben uns auf eine Reise, um DAS SYSTEM MILCH kritisch zu beleuchten. Dabei treffen wir Bauern, Molkereivorstände, Politiker, Lobbyisten, NGO’s und Wissenschaftler. Sie alle haben ihre eigene Sicht auf Nutzen und Folgen eines sich weltweit auswirkenden Milliardengeschäfts. Egal ob in Europa, Asien oder Afrika, Milch steht sinnbildlich für das auf Wachstum getrimmte Modell globaler Lebensmittelproduktion und deren Auswirkungen. Der Film deckt überraschende Wahrheiten hinter dem System Milch auf. Wer profitiert auf wessen Kosten? Hat das System Zukunft und gibt es Alternativen. Eine cineastische Reise über mehrere Kontinente, die mit Vorurteilen aufräumt und Lösungen aufzeigt.

 

DE/IT 2017, 90 min., Regie: Andreas Pichler

 

 

Half Life in Fukushima


Naoto lebt in Fukushima, eine Geisterstadt. Noch gibt es die normalen Werbeanzeigen in den Straßen, die Ampeln und Stromleitungen, doch niemand benutzt sie. Am 11. Marz 2011 löst ein Erdbeben nahe der japanischen Küste einen Tsunami aus, der zum Nuklearunfall von Fukushima führt. In den Tagen nach der Katastrophe wird die gesamte Bevölkerung aus einem Umkreis von 20 bis 30 km des Atomkraftwerks evakuiert, die Städte sind verlassen und das Vieh hat weder Wasser noch Futter, bis die Regierung beschließt, es töten zu lassen. Naoto ist geblieben, alleine.

 

Die Halbwertszeit bzw. die Zeitspanne, in der die Radioaktivitat auf die Hälfte sinkt (in diesem Fall 30 Jahre), ist noch lange nicht erreicht und das unsichtbare Übel schwebt weiter uber der Region. Die Dekontamination geht weiter und soll durch die Aushöhlung der Häuser und das vergebliche Abtragen des kontaminierten Bodens die Erinnerung auslöschen. Die Vegetation hat wieder von der Stadt Besitz ergriffen und überwuchert die Landschaft. Naoto, der in 16 mm dabei gefilmt wird, wie er durch die Ruinen einer untergegangenen Zivilisation wandert, ist "der letzte Mensch von Fukushima".

 

CH 2016, 61 min., Regie: Mark Olexa & Francesca Scalsi

 

 

Maleika


Sie ist schnell, elegant und für ihre Beute sehr gefährlich – Maleika, eine Gepardin aus den endlosen Weiten der Masai Mara. Für ihre sechs Jungtiere ist sie eine Heldin, eine unerbittliche Kämpferin und eine treu sorgende Beschützerin voller Mutterliebe. Der Fotograf und Filmemacher Matto Barfuss hat Maleika über vier Jahre lang begleitet und ihr Leben aus nächster Perspektive in faszinierenden Filmaufnahmen festgehalten. Es ist eine Geschichte über wilde Kämpfe, schmerzhaftes Loslassen und starken Zusammenhalt.


Regisseur Matto Barfuss lebte zwischen 1996 bis 2002 in Tansania über 25 Wochen lang mit einer wilden Gepardenfamilie zusammen. Sein Film zeigt die gleichnamige und mittlerweile weltweit berühmte Gepardin bei der Aufzucht ihrer Jungen. Mit großer Liebe und beeindruckenden Opfern gelingt es ihr, ihre Gepardenkinder großzuziehen. Dabei ist die Natur tagtäglich unerbittlich. Entstanden ist ein fesselnder Dokumentarspielfilm samt atemberaubender Naturaufnahmen, der dem Zuschauer tiefe Einblicke in den unberechenbaren und zugleich atemberaubenden Alltag von Maleika – der Königin von Afrika – gewährt.

 

DE 2017, 106 min., Regie: Matto Barfuss

 

 

Untitled


„Dieser Film soll ein Bild der Welt entstehen lassen, wie es nur gemacht werden kann, wenn man keinem Thema nachgeht, keine Wertung sucht und kein Ziel verfolgt. Wenn man sich von nichts treiben lässt außer der eigenen Neugier und Intuition“, so Michael Glawogger, dessen frühere Filme häufig die globale Ausbeutung behandelten. 2014 verstarb der Regisseur auf seiner ziellosen Reise durch den Balkan, Italien, Nordwest- und Westafrika bereits nach fünf Monaten an Malaria.

 

Zwei Jahre später übernahm seine Editorin Monika Willi die Fertigstellung des Films. Mal mit scharfen Schnitten, mal sanft und leise montiert sie aus dem entstandenen Material ein faszinierendes, bildgewaltiges Dokument, unterlegt mit einem starken, aber unaufdringlichen Mix aus Original- und komponierten Tönen. Untitled ist ein nie zur Ruhe kommender Film über Bewegung und das Unterwegssein, über das Fremde und die Fremde. Vor allem aber, und das macht die Magie der Bilder aus und das Betrachten zu einem aufregenden Erlebnis, ist es ein Film über die Poesie des Zufalls. Eine Reise durch die Welt, um zu beobachten, zuzuhören und zu erleben – mutig, roh und offen.

 

DE/AT 2017, 107 min., Regie: Michael Glawogger & Monica Willi