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Preisträger:innen 2022


Am Freitag, den 21. Oktober 2022, wurde im Anschluss an die VÖÖ Jahrestagung in Stuttgart im feierlichen Rahmen der Kapp-Forschungspreis 2022 verliehen. Unter den Einreichungen zum Thema „Ökologische und soziale Mehrwerte schaffen“ wählte die Jury der VÖÖ, der Selbach-Umwelt-Stiftung sowie der anstiftung drei Preisträger:innen aus. Neben dem Preisgeld wurde allen drei eine zweijährige Ehrenmitgliedschaft in der VÖÖ verliehen.


Folgende junge Wissenschaftler:innen wurden mit ihren Arbeiten ausgezeichnet:

Dr. Julian Richard Massenberg

„Identifying Social Values of Ecosystem Services: Theoretical and Empirical Investigations“

(Dissertation Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg 2020)


Abstract:
In der aktuellen Debatte um soziale Werte von Ökosystemleistungen wird die konventionelle umweltökonomische Bewertung stark kritisiert, weil sie in konzeptionellen, ethischen und methodischen Fragen zu kurz greift. Vor diesem Hintergrund untersucht die vorliegende Arbeit soziale Werte theoretisch und empirisch mit dem übergeordneten Ziel, aufbauend auf heterodoxen ökonomischen Theorien soziale Werte in die umweltökonomische Bewertung zu integrieren.
 

Paula Bethge

„Scientists for future und die Rolle der Wissenschaft für eine sozial-ökologische Transformation der Gesellschaft: Motivationen, Engagement und Visionen einer wissenschaftlichen Bewegung“
(Masterarbeit Alpen-Adria-Universität Klagenfurt 2021)


Abstract:
Die Arbeit untersucht in einem Mixed-Methods-Ansatz den Zusammenschluss der Scientists for future und arbeitet deren Bewertung der Rolle der Wissenschaft für eine sozial-ökologische Transformation der Gesellschaft heraus. Dabei wird deutlich, dass im Wissenschaftssystem zwar die Notwendigkeit von Veränderungen erkannt wird, aber ein Problembewusstsein dafür, dass eine sozialökologische Transformation der Gesellschaft auch eine Transformation des Wissenschaftssystems beinhalten muss, noch fehlt.
 

Julian Willming

„Capitalist Realism or Post-Growth? Evidence from the Mental Growth Infrastructures of Post-Capitalist Organizations“
(Masterarbeit Central European University Budapest 2021)


Abstract:
Aufbauend auf der Debatte zwischen Vertreter:innen des Kapitalistischen Realismus und Vertreter:innen der Postwachstumsbewegung untersucht die Arbeit die mentalen Wachstumsinfrastrukturen innerhalb von post-kapitalistischen/gemeinwohlorientieren Organisationen. Mit Bezug auf die Faktoren Beschleunigung von Zeit, Drang nach Fortschritt und der 24/7-Arbeitsmentalität wurden Interviews mit sechs Organisationen aus Berlin und Budapest kodiert. Die Analyse ergab, dass Organisationen sich größtenteils von mentalen Wachstumsinfrastrukturen distanzieren und diese nicht internalisieren. Entweder adoptierten die Organisationen die mentalen Wachstumsinfrastrukturen für einen grünen oder sozialen Zweck, oder zeigten gegenteilige Tendenzen hin zu Entschleunigung, Fortschrittsskepsis, Freizeitbedürfnisse und Solidarität. Ein theoretisches Rahmenwerk mit mentalen Grünwachstums- und Postwachstumsinfrastrukturen wurde konstruiert. Abschließend wurden die Ergebnisse, das neue Rahmenwerk und die Bedeutung von Postwachstumsmentalitäten diskutiert.

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