/ Selbach-Umwelt-Stiftung  / Projekte  / Forum Nachhaltigkeit  / Vorträge 2025   

183. Abend: Mittwoch, den 3. Dezemebr 2025

 

Dr. Robert Salzwedel

 

Klimastrategien mit Negativemissionen

Moore, Wälder, Biomasse, CCS, Geoengineering… – Technologien, Potenziale, Risiken, Zielkonflikte

 

Thema:
Ohne „Entnahme“ von CO2 aus der Atmosphäre ist die Begrenzung der Erderhitzung auf +2oC definitiv nicht mehr möglich – das ist gesicherte Auffassung in Wissenschaft und Politik. So hat die Bundesregierung Eckpunkte zur Langfriststrategie „Negativemissionen“ vorgelegt; auch der Europäische Rat Klimawandel empfiehlt Entnahmen von Treibhausgasen aus der Atmosphäre und anschließende Speicherung. „Negativemissionen“ sind also gefragt – aber welche? Mit welcher Wirksamkeit? Was ist Stand der technischen Realisierbarkeit? Kosten? Das Potsdam Institut für Klimafolgenforschung ist mit führend bei diesem Thema und gibt einen Überblick: Aufforstung, Wiedervernässung von Mooren, Boden-Kohlenstoffmanagement, Biomassenutzung, aber auch direkte CO2-Abscheidung, -nutzung und -speicherung. Und das PIK wird eine Bewertung vornehmen: Welche Methoden stehen ernsthaft zur Verfügung – und was sind die ökologischen und sozialen Risiken?

Referent:

Dr. Robert Salzwedel, Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK), Bereich „Transformationspfade“.

 

 

 

182. Abend: Dienstag, den 21. Oktober 2025
 

Prof. Dr. Miranda Schreurs, Dr. Hauke Doerk & Valentine Zheng

 

Letzter Ausweg – Klimaklagen?

Klimarecht und demokratische Einflussnahme
 
Thema:

Klimaklagen verändern zunehmend die politische Landschaft. Immer mehr Menschen und Organisationen ziehen vor Gericht, um Staaten oder Unternehmen wegen unzureichenden Klimaschutzes zur Verantwortung zu ziehen. Was zunächst als verzweifelte Einzelmaßnahme begann, hat sich inzwischen zu einer internationalen Bewegung entwickelt. Doch wie demokratisch ist dieser juristische Einfluss? Welche Chancen bietet das Rechtssystem und wo stößt es an seine Grenzen? 

Darüber diskutieren: Prof. Dr. Miranda Schreurs, Inhaberin des Lehrstuhls für Climate and Environmental Policy an der TU München, Dr. Hauke Doerk, Referent für Radioaktivität und Energiepolitik beim Umweltinstitut München und Valentine Zheng, Juristin bei Green Legal Impact. 
 
Eine Kooperationsveranstaltung mit POrotect the Planet und der Münchner Volkshochschule im Einstein (München)

 

 

 

181. Abend: Montag, den 13. Oktober 2025

 

Dr. Albert Denk & Johanna Siebert

 

„Grüne Eliten gegen den Volkswillen"

Rechtspopulistische Narrative im Bereich der Umwelt- und Klimapolitik

Thema:
»Nachhaltigkeit und Klimaschutz sind Elitenprojekte auf Kosten des Volkes.« – Narrative wie diese sind zunehmend Teil rechtspopulistischer Argumentation. Sie richten sich gegen jede Form ambitionierter Umwelt- und Klimaschutzpolitik und zielen darauf ab, diese zu delegitimieren. In dem Vortrag werden zentrale rechtspopulistische Narrative analysiert. Einige von ihnen haben eine hohe Anschlussfähigkeit für breite Teile der Bevölkerung und wirken bereits bis in die sog. »gesellschaftliche Mitte« hinein. Wie ist dem zu begegnen?

Referierende:

Dr. Albert Denk, Soziologe und wissenschaftlicher Mitarbeiter am Arbeitsbereich Umwelt- und Klimapolitik der FU Berlin.
Johanna Siebert, Politökonomin und Senior Projektmanagerin im Schwerpunkt »Green New Deal« des Think-Tanks Das Progressive Zentrum

 

180. Abend: Mittwoch, den 1. Oktober 2025

 

Pia Röder

 

Mehr Moor wagen!

Über den Beitrag von Mooren zum Klimaschutz


Thema:

Moore sind beeindruckende Ökosysteme, die reich sind an Arten seltener Pflanzen und Tiere. In ihren Torfböden speichern sie zudem große Mengen an Kohlenstoff und leisten so einen entscheidenden Beitrag zum Klimaschutz. Moore speichern mehr Kohlenstoff als jedes andere Ökosystem. Werden Moore jedoch trockengelegt, setzen sie entsprechend große Mengen klimaschädlicher Gase frei und belasten so das Klima.

In Bayern gibt es ca. 220.000 Hektar Moorböden. Diese Flächen sind zum Groß-teil entwässert und stoßen ca. 6,7 Millionen Tonnen CO₂-Äquivalente pro Jahr aus. Dies entspricht etwa acht Prozent der bayerischen Treibhausgasemissionen.

Ein Großteil aller entwässerten Moore weltweit wird landwirtschaftlich genutzt. In Deutschland sind es über zwei Drittel aller Moore. Die Flächen dienen vor allem der Tierhaltung – als Weide- oder Futterflächen. Besonders in der Landwirtschaft spielt daher der Schutz und die Wiedervernässung von Mooren eine wichtige Rolle, um das Klima zu schützen und nachhaltiger zu wirtschaften.

In dem Vortrag erfahren Sie von der Landschaftsarchitektin Pia Röder, warum Moore so bedeutend sind (nicht nur für den Klimaschutz …) und wie wir verantwortungsvoller mit ihnen umgehen können.

Referentin:

Pia Röder arbeitet als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Peatland Science Centre an der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf (HSWT) und ist speziell für den Wissenstransfer, also für die Kommunikation zu Moorthemen in die Öffentlichkeit zuständig. Zudem arbeitet sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin bei der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) in einem Moorbewirtschaftungsprojekt, von dem sie in dem Vortrag ebenfalls berichten wird.

 

 

179. Abend: Donnerstag, den 4. September 2025

 

Prof. Dr. Dr. Felix Ekardt

 

Klimaschutz vor Gericht

Was das aktuelle Klimagutachten des Internationalen Gerichtshof für uns bedeutet


Thema:
Der Internationale Gerichtshof in Den Haag (IGH) hat am 23. Juli 2025 erstmals ein Gutachten zum Umgang mit der Klimakrise veröffentlicht – und nimmt damit Länder weltweit in die Verantwortung. Es gilt als juristischer Paukenschlag und könnte die weltweite Klimapolitik und die Möglichkeiten von Klimaklagen grundlegend verändern. Doch was genau bedeutet dieses Gutachten? Und warum betrifft es nicht nur Regierungen, sondern jede und jeden von uns?

Der Jurist, Philosoph und Soziologe Prof. Dr. Dr. Felix Ekardt, der auch zwei Klimaklagen vor dem Bundesverfassungsgericht – und die weltweit erste Biodiv-Verfassungsklage – maßgeblich angestoßen hat, hat das IGH-Klimagutachten umfassend analysiert. In dem Webinar ging es u.a. darum,

  • warum der IGH zu dem Schluss kommt, dass Industriestaaten wie Deutschland eigentlich schon heute klimaneutral sein müssten,
  • warum uns Staaten des Globalen Südens bald auf Schadensersatz verklagen könnten
  • und warum es den USA nichts hilft, aus dem Pariser Klimaabkommen auszusteigen.

Die Veranstaltung richtete sich an interessierte Bürger:innen ohne juristische Vorkenntnisse. Ziel war es, die komplexen rechtlichen Zusammenhänge verständlich darzustellen und Raum für Fragen zu bieten.

Referent:

Prof. Dr. Dr. Felix Ekardt ist Gründer und Leiter der Forschungsstelle Nachhaltigkeit und Klimapolitik in Leipzig und Berlin. Die Forschungsschwerpunkte sind Fragen der humanwissenschaftlichen Nachhaltigkeitsforschung. Der Professor für Öffentliches Recht und Rechtsphilosophie an der Universität Rostock ist ständiger Autor in überregionalen Tageszeitungen und Gesprächspartner in Radio und TV.

 

Eine Veranstaltung in Kooperation mit Protect the Planet gGmbH.

 

 

178. Abend: Mittwoch, den 23. Juli 2025

 

Prof. Dr. Miriam Lang, PhD

 

Grüner Kolonialismus

Zwischen Energiewende und globaler Gerechtigkeit

Thema:

Die Klimakrise duldet keinen Aufschub – doch sind die Lösungen des Globalen Nordens wirklich nachhaltig? Während Europa und Nordamerika auf erneuerbare Energien, Elektroautos und Wasserstoff setzen, bleibt eine unbequeme Wahrheit verborgen: Diese Wende basiert auf dem massiven Abbau strategischer Rohstoffe im Globalen Süden. Unter dem Deckmantel der Nachhaltigkeit entstehen neue Ungerechtigkeiten – für Mensch und Umwelt.

In dem Vortrag werden die Schattenseiten dieser Entwicklung aufgezeigt. Mit Stimmen aus dem Globalen Süden beleuchtet die Referentin, wie grüner Kolonia-lismus Ressourcen ausbeutet, bestehende Abhängigkeiten vertieft und wirklich nachhaltige Alternativen verdrängt. Anhand konkreter Fallstudien analysiert sie die geopolitischen Verflechtungen der Energiewende – und zeigt, dass eine klimage-rechte Zukunft nur mit globaler Gerechtigkeit möglich ist.

Referentin:

Miriam Lang ist eine aktivistische Wissenschaftlerin und Professorin für Umwelt und Nachhaltigkeit an der Universidad Andina Simón Bolívar in Quito, Ecuador. Sie hat einen PhD in Soziologie und verbindet in ihrer Forschung dekoloniale und feministi-sche Perspektiven mit politischer Ökonomie und politischer Ökologie. Dabei integriert sie Perspektiven und Konzepte von Care, Degrowth und Buen Vivir.

 

 

 

177. Abend: Donnerstag, den 22. Mai 2025

 

Dr.-Ing. Matthias Heinrich

 

Cradle to Cradle
Chance und Herausforderung für die Große Transformation in der Bauwirtschaft


Thema:

Keine Branche verbraucht mehr Ressourcen und erzeugt so viel Abfall und Treibhausgas-Emissionen wie der Bausektor. 90 % der inländischen Rohstoffentnahme, 55 % des Abfallaufkommens und 40 % der globalen CO2-Emissionen werden durch die Bauwirtschaft verursacht.
 
Gleichzeitig zeigen Studien wie der Circularity Gap Munich, dass im Bauwesen die größten Optimierungspotenziale liegen. Um diese Potenziale zu heben, bedarf es eines grundlegenden Wandels. Denn reine Einzelmaßnahmen reichen hier nicht mehr aus. Neben der Verlängerung der Nutzungsdauer von Gebäuden muss zirkuläres Bauen nach dem Prinzip Cradle-to-Cradle (C2C) mit dem Schwerpunkt auf kreislauffähigen Materialien und schadstofffreien Baustoffen künftig im Vordergrund stehen.
 
Was bedeutet das konkret für die Bauwirtschaft? Wie kann im Bausektor mehr Nachhaltigkeit erzielt werden? Wo gibt es bereits vorbildliche Lösungen und welche wirtschaftlichen Chancen bestehen durch C2C? Welche Herausforderungen stellt C2C an Architekten, Planungsbüros, Bauunternehmen und Gewerke? Welcher Mehrwert kann durch C2C für Bauherren erzeugt werden? Wie muss ein Gebäude konstruiert sein, damit es am Ende seiner Nutzungszeit wieder demontiert und seine Materialien wiederverwendet werden können, ohne dass dabei große Mengen Abfall entstehen?
 
Referent:

Diesen Fragen wird der Vortrag von Dr.-Ing. Matthias Heinrich nachgehen. Er ist Standortleiter bei der Drees & Sommer-Tochter EPEA in München im Bereich Circular Economy und Cradle to Cradle sowie ebenfalls zuständig für das Themenfeld Urban Mining. Seit fast 20 Jahren beschäftigt er sich mit Themen rund um nachhaltiges Bauen und Circular Economy, parallel in Beratung und Forschung. Matthias Heinrich hatte bereits früh einen Bezug zur Baupraxis: Er stammt aus einer Münchner Zimmerei-Familie, mittlerweile in 4. Generation.

 

Die Anmeldung zu dieser Hybrid-Veranstaltung im münchner zukunftssalon (präsenz & online) (Beginn: 19.00 Uhr) erfolgt über die Website des oekom e.V: hier

 

 

 

176. Abend: Montag, den 28. April 2025

 

Dr. Leonard Burtscher

 

Die Erde als Glücksfall
Ein astronomischer Blick auf unseren Heimatplaneten


Thema:

Das Bild vom Blauen Planeten, das sich den ersten Astronauten bei ihrem Flug ins All bot, ist zur Ikone unserer Zeit geworden. Wie ein kreisrunder Juwel schwebt die Erde als unser Heimatplanet inmitten der Weite des unermesslichen, pechschwarzen Weltraums – vermutlich einzigartig. „There is no planet B“ lautet denn auch seither einer der populärsten Slogans der weltweiten Umweltbewegung, der sich auf jeder Klimademo findet.

Seit der Entdeckung des ersten Planeten außerhalb unseres Sonnensystems vor knapp zwanzig Jahren haben Astronom:innen mehr als 7.000 solcher Exoplaneten gefunden. Dabei ist auch unser Verständnis dafür gewachsen, wie Planeten entstehen, wie unterschiedlich sie sein können und vor allem: welche Faktoren für die Entstehung von Leben wichtig sein könnten. Für die Entstehung von komplexem Leben müssen dabei viele günstige Faktoren zusammenkommen.

Astronomie und Raumfahrt haben uns aber nicht nur Erkenntnisse von anderen Planeten gebracht, sie haben uns auch neue Perspektiven auf unseren eigenen Planeten geschenkt. Perspektiven, die unseren »schwachblauen Punkt« im Weltall als klein und unbedeutend zeigen. Und gleichzeitig: wie be-sonders und einzigartig dieses einzige Zuhause für uns ist – ein planetarischer »Glücksfall«. Können wir aus dieser Perspektive Lösungswege für die Probleme auf unserer Erde ableiten, allem voran der globalen Klimakrise?

Referent:

Dr. Leonard Burtscher ist diesen weiten Weg von der Astronomie und der Erkundung des Weltalls zur „Erdpolitik“ auch persönlich gegangen: Der Physiker wurde am Max-Planck-Institut für Astronomie in Heidelberg promoviert und forschte in Garching und Leiden (Niederlande). 2019 war er Mitgründer von »Astronomers for Planet Earth«: eine internationale Graswurzelbewegung von Studierenden, Amateuren und Wissenschaftler:innen, die die Klimakrise aus astronomischer Sicht angehen. Seit September 2022 arbeitet Leonard Burtscher als Referent für Energie- und Klimapolitik am Umweltinstitut München e.V.

 

Die Anmeldung zu dieser Hybrid-Veranstaltung im münchner zukunftssalon (präsenz & online) (Beginn: 19.00 Uhr) erfolgt über die Website des oekom e.V: hier

 

 

 

175. Abend: Dienstag, den 25. März 2025

 

Dr. Friederike Schmitz

 

Klimaschutz auf dem Teller
Wie der Wandel zu einem zukunftsfähigen Ernährungssystem gelingt


Thema:

Die Landwirtschaft leidet unter der Klimakrise, trägt aber auch maßgeblich zu ihr bei. Dabei spielt die Tierhaltung eine entscheidende Rolle: Erst kürzlich ergab eine neue Studie, dass die 20 umsatzstärksten deutschen Schlacht- und Milchkonzerne pro Jahr fast zwei Drittel so viel Treibhausgase emittieren wie der gesamte PKW-Verkehr in Deutschland. Die Produktion von Fleisch, Milch und Eiern geht zudem mit weiteren problematischen Folgen einher, die z.B. die biologische Vielfalt, die menschliche Gesundheit und die globale Gerechtigkeit betreffen. Nicht zuletzt für die Tiere selbst bedeutet die intensive Tierhaltung massives Leid.

Wer sich jedoch für eine Ernährungswende einsetzt, die verstärkt auf pflanzliche Lebensmittel setzt, stößt gerade im aktuellen politischen Klima auf großen Widerstand – und wird oft verdächtigt, Zwangsmaßnahmen wie Fleischverbote einführen zu wollen. Dabei wird unser Ernährungssystem schon jetzt wesentlich von staatlichen und institutionellen Rahmenbedingungen geprägt. Es gibt diverse Möglichkeiten, diese Bedingungen so zu verändern, dass pflanzenbasierte Ernährungsweisen einfacher, naheliegender und attraktiver werden. Passend dazu braucht es einen Umbau der Landwirtschaft, so dass immer mehr Betriebe in Zukunft erfolgreich auf Alternativen zur Tierhaltung setzen.

Referentin:
Dr. Friederike Schmitz arbeitet bei der Organisation Faba Konzepte, die sich für eine sozial-ökologische Transformation des Ernährungssystems einsetzt. In ihrem Vortrag wird sie zum einen die Auswirkungen des aktuellen Ernährungssystems beleuchten und dabei insbesondere zentrale Ergebnisse der Studie „‚Super-Emittenten‘ der Fleisch- und Milchwirtschaft in Deutschland“ vorstellen, die Germanwatch im Januar in Kooperation mit Faba Konzepte veröffentlicht hat. Zum anderen wird es im Vortrag darum gehen, wie ein Wandel hin zu stärker pflanzenbasierten Ernährungsweisen konkret gestaltet werden kann.

 

Die Anmeldung zu dieser Hybrid-Veranstaltung im münchner zukunftssalon (präsenz & online) (Beginn: 19.00 Uhr) erfolgt über die Website des oekom e.V: hier

 

 

 

174. Abend: Freitag, den 28. Februar 2025

 

Emmanuel Schlichter, LL.M. (Kent)

 

Klimaaktivismus am Limit?
Wie die demokratische Teilhabe beim Klimaschutz systematisch eingeschränkt wird


Thema:

Die Repressionen gegen die Klimabewegung nehmen zu. Das zeigt eine Studie, die Green Legal Impact Germany, eine juristische Umwelt- und Klimaschutz-NGO, dieser Tage veröffentlicht hat. Eine beunruhigende Entwicklung: Nach den Erfolgen der Klimabewegung seit den ersten globalen Klimastreiks von Fridays for Future, in denen allein in Deutschland im September 2019 noch 1,4 Millionen Menschen auf die Straßen gingen, werden die Stimmen der Klimaaktivist:innen zunehmend leiser – während gleichzeitig die Bedrohungen durch die globale Erwärmung immer offensichtlicher werden.

Dies liegt nicht nur an den vielfältigen anderen Krisen, die unsere Aufmerksamkeit binden, sondern ist auch, wie die Studie von Green Legal Impact zeigt, Ergebnis eines zunehmend restriktiven Umgangs mit dem zivilgesellschaftlichen Engagement im Bereich des Klimaschutzes: von der polizeilichen Praxis über die Strafverfolgung bis hin zu Beschränkungen der Versammlungs- und Meinungsfreiheit. Begleitet und angefeuert von sprachlichen Diffamierungen in den Medien und dem Versuch einiger Politiker:innen, weite Teile der Klimabewegung zu kriminalisieren („Klimaterroristen“) – statt sich mit deren berechtigen Forderungen konstruktiv auseinanderzusetzen. Alles in allem eine Gefahr für Klimaschutz und demokratische Teilhabe gleichermaßen.
 

Referent:

Der Jurist Emmanuel Schlichter, LL.M. (Kent), wird in seinem Vortrag zentrale Ergebnisse und Handlungsempfehlungen der Studie vorstellen. Er arbeitet für die gemeinnützigen Organisationen Green Legal Impact Germany e.V. und GermanZero e.V., hat das Volksbegehren zur Anerkennung der Rechte der Natur in Bayern mitinitiiert und die NGO Rechte der Natur e.V. mitgegründet. Aktuell setzt er seine juristische Expertise unter anderem dafür ein, Repressionen gegen Klimaaktivist:innen zu analysieren und wirksame Abwehrstrategien zu entwickeln.

 

Die Anmeldung zu dieser Hybrid-Veranstaltung im münchner zukunftssalon (präsenz & online) (Beginn: 19.00 Uhr) erfolgt über die Website des oekom e.V: hier

 

 

 

173. Abend: Montag, den 27. Januar 2025

 

Prof. Dr. Wolfgang Lucht

 

Suffizienz und ökologische Demokratie:

Innerhalb der planetaren Grenzen leben

Thema:

Der menschliche Naturverbrauch muss schnell und drastisch verringert werden. Gleichzeitig haben viele Menschen keinen ausreichenden Zugang zu Energie und Ressourcen. Wie umgehen mit diesem Dilemma? Anhand von 16 Thesen lädt der Sachverständigenrat für Umweltfragen (SRU) dazu ein, über eine bisher vernachlässigte Dimension von Zukunftspolitik zu diskutieren: Suffizienz.
 
Suffizienz zielt darauf ab, den Verbrauch an Gütern und Dienstleistungen mit besonders schädlichen Umweltauswirkungen zu reduzieren. Sie ist ein in den Umweltwissenschaften etabliertes Konzept, das ergänzend neben Effizienz (mehr Output je Input) und Konsistenz (gleicher Output mit weniger umweltschädlichem Input) tritt. Suffizienz wird oft nur als individuelle Lebensstilfrage diskutiert. Dabei ist sie vielmehr eine strukturelle Aufgabe, die entsprechende politische und wirtschaftliche Rahmenbedingungen erfordert. Diese sollten eine umweltschonende gesellschaftliche Praxis fördern – anstatt sie, wie häufig, zu erschweren. Die Entwicklung nachhaltiger Wirtschafts- und Lebensweisen ist eine gemeinsame gesellschaftliche und politische Verantwortung.

 

Referent:

Der Vortrag basiert auf dem gleichnamigen Diskussionspapier "Suffizienz als 'Strategie des Genug'" des Sachverständigenrats für Umweltfragen der Bundesregierung, an dem der Referent des Abends mitgewirkt hat. Prof. Dr. Wolfgang Lucht leitet die Abteilung für Erdsystemanalyse am Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung. Er ist zudem Inhaber des Alexander von Humboldt-Lehrstuhls für Nachhaltigkeitswissenschaft an der Humboldt-Universität zu Berlin. Seit 2016 ist er Mitglied des Sachverständigenrats für Umweltfragen der Bundesregierung.

 

Die Anmeldung zu dieser Hybrid-Veranstaltung im münchner zukunftssalon (präsenz & online) (Beginn: 19.00 Uhr) erfolgt über die Website des oekom e.V: hier.

 

 

Cookies