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Preisträger Kapp-Forschungspreis 2010


Der Kapp-Forschungspreis für Ökologische Ökonomie ist am 24. September 2010 im Rahmen der Fachtagung „Wirtschaft ohne Wachstum“ der Vereinigung für Ökologische Ökonomie (VÖÖ) in Freiburg/Breisgau vergeben worden. Der mit 7.500 Euro dotierte Forschungspreis dient der wissenschaftlichen Nachwuchsförderung. Aus den eingereichten Studien, überwiegend Diplom- und Doktorarbeiten, wurden zwei für einen Preis ausgewählt.

 

Der Soziologe Dr. Oliver Stengel erhielt 5.000 Euro für seine von der Universität Jena angenommene Dissertation zum Thema „Suffizienz: Die Konsumgesellschaft in der ökologischen Krise“. Im Zentrum der Arbeit steht die sog. Suffizienzstrategie, die auf eine Verringerung des Güterkonsums zielt, um auf diese Weise die hohen konsumbezogenen Umwelt- und Klimabelastungen zu reduzieren. Die Arbeit zeigt auf, dass allein technische Innovationen für den ökologischen Umbau unserer Gesellschaften nicht ausreichen; sie müssen ergänzt und gelenkt werden von sozialen und kulturellen Veränderungen der Konsummuster und einer deutlichen Senkung des materiellen Konsumniveaus insgesamt. Die Studie analysiert die wichtigsten Barrieren, die die Umsetzung suffizienter Lebensstile behindern und macht konkrete Vorschläge, wie diese Barrieren durch kulturelle Wandlungsprozesse überwunden werden können. Die Jury des Kapp-Forschungspreises sieht in der Arbeit von Oliver Stengel eine wichtige Ergänzung und Korrektur der weitgehend technikfixierten Nachhaltigkeitsdebatte.

 

Der Jurist und Ökonom Dr. Lasse Loft erhielt den im Rahmen des Kapp-Forschungspreises mit 2.500 Euro dotierten Sonderpreis der Selbach-Umwelt-Stiftung für seine an der Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin verfasste Masterarbeit „Der Mechanismus zur Vermeidung von Emissionen aus Entwal-dung und Degradation (REDD) – Nachhaltige Umsetzung eines Klimaschutzin-strumentes“. Die Studie analysiert die aktuellen Ansätze internationaler Klimaschutzpolitik, über marktähnliche, wirtschaftliche Anreizssysteme den Erhalt von Wäldern als bedeutende Speicher für klimaschädliche Kohlenstoffe zu fördern. Das Konzept sieht vor, dass Entwicklungsländer, die bereit sind, ihre Entwaldungsrate zu reduzieren, von den Industrienationen die dadurch vermiedenen Emissionen vergütet bekommen. Die Arbeit von Lasse Loft wurde mit dem Kapp-Forschungspreis ausgezeichnet, weil sie die notwendigen ökologischen, sozialen und ökonomischen Eckpunkte eines solchen Mechanismus behandelt und konkrete Vorschläge macht, wie eine gerechte und vor allem nachhaltige Ausgestaltung dieses Finanzierungssystems aussehen könnte.

 

 

Weitere Informationen:

Pressemitteilung (pdf)

Summary Stengel (pdf)

Summary Loft (pdf) (pdf)