/ Selbach-Umwelt-Stiftung  / Projekte  / Forum Nachhaltigkeit   

Münchner Forum Nachhaltigkeit


Gemeinsam mit dem oekom Verein und der Schweisfurth-Stiftung führt sie Selbach-Umwelt-Stiftung seit 2005 die regelmäßige Vortragsreihe "Münchner Forum Nachhaltigkeit" durch.

 

Als zusätzliche Kooperationspartner konnten in den letzten Jahren gewonnen werden: Die Umwelt-Akademie e.V., Bürgerstiftung München, Green City e.V., Hochschule für angewandte Wissenschaften München, Ringvorlesung Umwelt der Studentischen Vertretung der TU München.

 

Eine Überblick über die Vorträge der Jahre 2005 bis 2021 finden Sie hier.

 

 

 

148. Abend: Mittwoch, den 12. Oktober 2022

 

Dr. Benjamin Mirwald

 

Licht aus! – Nacht an!
Über Lichtverschmutzung in der Stadt

 

Thema:

Ein funkelnder Sternenhimmel über einem dunklen Land – immer seltener können wir diesen Zauber erleben; denn zunehmende Beleuchtung, vor allem in den Städten, macht die Nacht zum Tag. Licht, eigentlich die Quelle allen Lebens, verkehrt sich in das Gegenteil, wenn es exzessiv genutzt wird. Dabei geht es um viel mehr als nur um die Ästhetik.

 

Zu helle Nächte tragen zum Insektensterben bei, stören Ökosysteme und auch den menschlichen Biorhythmus. Benjamin Mirwald wird über die gravierenden Folgen informieren und aufzeigen, wie mit relativ einfachen Maßnahmen Lichtverschmutzung und damit auch klimaschädlicher Energieverbrauch effektiv reduziert werden kann.

 

Bei einem anschließenden „Licht-Spaziergang“ durch die abendliche/nächtliche Stadt erklärt er den Unterschied von guter und schlechter Beleuchtung.

 

Referent:

Der Physiker Dr. Benjamin Mirwald war lange Zeit leiter der Bayerischen Volkssternwarte in München und engagiert sich ehrenamtlich in dem Netzwerk “Paten der Nacht“, einer gemeinnützigen Organisation zur Eindämmung der Lichtverschmutzung.

 

Die Anmeldung zu dieser Hybrid-Veranstaltung im münchner zukunftssalon (präsenz & online) erfolgt über die Website des oekom e.V.: hier.

 

 

 

147. Abend: Montag, den 26. September 2022

 

Margret Rasfeld

 

FREI DAY

Die Welt verändern! – Für eine Schule im Aufbruch

 

Thema:

Wollten wir unserem Schulsystem eine Note geben, sie fiele wohl eher schlecht aus: Digital durchgefallen, Umweltwissen mangelhaft, Zukunftskompetenz Fehlanzeige. Spätestens die Coronapandemie hat gezeigt: Schule braucht dringend ein Update.
 
Bereits kleine Veränderungen können dabei Großes bewirken. Diese Erfahrung hat die langjährige Schulleiterin Margret Rasfeld mit der von ihr mitgegründeten Initiative „Schule im Aufbruch“ gemacht. Ihre Idee ist ebenso einfach wie radikal: nämlich regelmäßige Freiräume zu schaffen (oder besser gesagt: Frei Days), in denen die Schülerinnen und Schüler eigene Projekte verfolgen und dabei ein anderes Zukunftslernen erproben. Vier Stunden pro Woche, in denen sie erfahren, welches Können und welche Interessen in ihnen stecken.
 
»Wenn man Schülerinnen und Schülern ein wenig Zeit und Raum gibt um herauszufinden, wer sie sind, wer sie sein wollen, und was sie wirklich gut können, dann lernen sie schneller als im Klassenzimmer, sich und die Welt nachhaltig zu verändern«, meint Andreas Schleicher, Direktor für Bildung und Pisa-Studien bei der OECD zu der Idee solcher FREI DAYs.
 
An dem Abend mit Margret Rasfeld werden auch Schülerinnen und Schüler der Grundschule Taufkirchen über ihre Erfahrungen mit FREI DAYs berichten, die mittlerweile an bereits über 100 Schulen in Deutschland eingeführt wurden – und fast täglich werden es mehr.

 

Die Anmeldung zu dieser Hybrid-Veranstaltung im münchner zukunftssalon (präsenz & online) erfolgt über die Website des oekom e.V.: hier.

 

 

 

 

146. Abend: Dienstag, den 5. Juli 2022

 

Prof. Dr. Marcel Hunecke

 

Psychologie der Nachhaltigkeit

Psychische Ressourcen für nachhaltige Lebensstile

 

Thema:

Geld und Konsum allein machen bekanntlich nicht glücklich. Eigentlich eine gute Ausgangslage für anstehenden ökologische und soziale Transformation unserer Gesellschaft! Wie und wodurch aber erlangen wir Lebenszufriedenheit jenseits von materiellem Konsum und Wirtschaftswachstum? Wie können nachhaltige Lebensstile gefördert werden, die gleichzeitig das subjektive Wohlbefinden erhöhen?

Die Psychologie der Nachhaltigkeit sucht Antworten auf diese Fragen, die im Nachhaltigkeitsdiskurs immer noch nachrangig behandelt werden. Sie zeigt, wie die sozial-ökologische Transformation unserer Konsumerlebnisgesellschaft durch eine innere Transformation des Menschen unterstützt werden kann: wie wir lernen können, weniger zu wollen, ohne etwas zu vermissen.

Im Zentrum des Vortrags steht der vom Referenten entwickelte Ansatz der »Sechs psychischen Ressourcen für nachhaltige Lebensstile«, die aus der Falle ständiger Konsumwünsche herausführen und nachhaltige Lebensstile ermöglichen: Genussfähigkeit, Selbstakzeptanz, Selbstwirksamkeit, Achtsamkeit, Sinnkonstruktion und Solidarität. Eine Analyse dieser Grundlagen und Quellen von Nachhaltigkeit und die Frage, wie sie für unser Gemeinwesen fruchtbar gemacht werden können, wer-den in dem Vortrag am Beispiel konkreter Praxisfelder behandelt.

Referent:

Prof. Dr. Marcel Hunecke ist Professor für Allgemeine Psychologie sowie Organisa-tions- und Umweltpsychologie an der Fachhochschule Dortmund im Fachbereich Angewandte Sozialwissenschaften und Privatdozent an der Fakultät für Psychologie der Ruhr-Universität Bochum. An der FH Dortmund leitet er die AG Umweltpsychologie in der transdisziplinären Nachhaltigkeitsforschung.

 

 

Die Anmeldung zu dieser reinen Online-Veranstaltung im münchner zukunftssalon erfolgt über die Website des oekom e.V.: hier.

 

 

 

145. Abend: Montag, den 27. Juni 2022

 

Dr. Oliver Geden

 

Unkonventioneller Klimaschutz

Gezielte CO2-Entnahme aus der Atmosphäre als neuer und notwendiger Ansatz in der Klimapolitik?

 

Thema:

 

Mit Blick auf die ambitionierten Ziele des Pariser Klimaschutzabkommens will die EU ihre Treibhausgasemissionen bis 2050 auf Netto-Null reduzieren – Deutschland sogar schon bis 2045. Allerdings werden sich nicht alle Emissionsquellen bis 2050 restlos eliminieren lassen. Insbesondere der Luftverkehr, einzelne Industriebranchen und die Landwirtschaft dürften auch über die Mitte des Jahrhunderts hinaus noch Restemissionen beisteuern.

 

Um die Gesamtbilanz auf Null zu bringen, wird es deshalb nicht genügen, konventionelle Klimaschutzmaßnahmen zur Emissionsvermeidung zu ergreifen. Experten gehen davon aus, dass zusätzlich auch unkonventionelle Maßnahmen zur gezielten Entnahme von Kohlendioxid (CO2) aus der Atmosphäre zum Einsatz kommen müssen – nicht nur durch Aufforstungen, sondern etwa auch über Direktabscheidung von CO2 aus der Umgebungsluft, bei denen das CO2 anschließend geologisch gespeichert wird.

 

Auch der jüngste Bericht des Weltklimarats (IPCC) sieht in der technischen Abscheidung und Speicherung von Kohlendioxid eine Option, um das 1,5 Grad-Ziel doch noch zu erreichen. Diese zurzeit noch unausgereiften Großtechnologien müssten daher, so die Fachleute, für ihren späteren Einsatz weiterentwickelt und hinsichtlich ihrer Chancen und Risiken erforscht werden. Klassische Klimaschutzmaßnahmen dürfen dadurch jedoch nicht in Frage gestellt oder verzögert werden: Die Vermeidung von Treibhausgasemissionen muss gegenüber der nachträglichen Entnahme von CO2 politisch priorisiert werden. Wie kann das geschehen?

 

Referent:

Der Sozialwissenschaftler Dr. Oliver Geden ist Senior Fellow der Stiftung Wissenschaft und Politik sowie Leitautor des IPCC-Weltklimaberichts und wird in seinem Vortrag über das Für und Wider der gezielten CO2-Entnahme im Bereich des Klimaschutzes informieren.

 

Die Anmeldung zu dieser reinen Online-Veranstaltung im münchner zukunftssalon erfolgt über die Website des oekom e.V.: hier

 

 

 

144. Abend: Dienstag, den 31. Mai 2022

 

Martin Repohl

 

Tschernobyl

Zwischen Entfremdung und Wiederaneignung von Welt

Reisebericht vom Vorabend des Krieges

 

Thema:

Auch nach über sechsunddreißig Jahren weckt die Atomkatastrophe von Tschernobyl Gefühle der Bedrohung, Angst, aber auch der Faszination. Der Ukrainekrieg führt einmal mehr vor Augen, dass die radioaktive Kontamination weiterhin gegenwärtig ist und von ihr eine bis heute anhaltende Gefährdung ausgeht.


Im Angesicht dieser nicht vergehen wollenden Vergangenheit geht Martin Repohl in seinem Vortrag der Frage nach, was eigentlich das Spezifische der Erfahrung von Tschernobyl ausmacht. Berichtet wird dabei von einer mehrtägigen Reise in die radioaktive Sperrzone im September 2021. Hier konnte erlebt werden, wie die radioaktive Kontamination die Weltbeziehung des Menschen vor Ort verändert und wie sich eine nunmehr frei wirksame Natur diesen Ort zurückholt.

Die mitgebrachten Bilder zeigen einen einzigartigen Ort, von dem eine eigentümliche Faszination ausgeht. Verdeutlicht wird, wie mit der Reaktorkatastrophe eine Transformation der materiellen Welt in Gang gesetzt wurde, die ihrerseits gelingen-de Beziehungen in und zur Welt unterminiert und was uns diese massive Entfremdungserfahrung auch heute, in Anbetracht von Klimawandel und Umweltverschmutzung, für das Verständnis der ökologischen Krise sagen kann.
 

Referent:

Martin Repohl, M.A., ist Doktorand und Soziologe am Max-Weber-Kolleg der Universität Erfurt. Er hat Politikwissenschaft, Soziologie und Gesellschaftstheorie an den Universitäten Leipzig und Jena studiert. Seine Arbeitsschwerpunkte sind u.a. Soziologie der Weltbeziehung, Soziologie der Materialität sowie Phänomenologie der ökologischen Krise. Zum Thema seines Vortrags hat er im Tectum Verlag 2019 das Buch veröffentlicht: „Tschernobyl als Weltkatastrophe. Weltbeziehung in einer kontaminierten Welt“.

 

Die Anmeldung zu dieser Hybrid-Veranstaltung im münchner zukunftssalon erfolgt über die Website des oekom e.V.: hier.

 

 

 

143. Abend: Donnerstag, den 28. April 2022

 

Prof. Dr. Sabine Gabrysch

 

Planetary Health

Ein umfassendes Gesundheitskonzeot für Mensch und Erde

 

Thema:

Nicht erst die Corona-Pandemie hat uns gezeigt, wie verwundbar wir sind. Und wie eng verbunden mit der Natur. Hitzewellen, Überschwemmungen, Luftverschmutzung, Infektionskrankheiten, Nahrungskrisen und Hungersnöte führen uns immer wieder drastisch vor Augen, dass unsere Gesellschaft auf funktionierende Ökosysteme und ein stabiles Klima angewiesen ist.
 
Die Klima- und Umweltkrise stellt zweifellos das größte Gesundheitsrisiko des 21. Jahrhunderts dar. Aber auch umgekehrt gilt: Klima-, Umwelt- und Artenschutz sind immer auch Gesundheitsschutz. Und da die zunehmenden Umwelt- und Gesundheitsprobleme oft gemeinsame Wurzeln haben, können bei den Lösungsansätzen Synergien gefunden werden. Diese gilt es zu nutzen.
 
Vor diesem Hintergrund entstand in den letzten Jahren Planetary Health (deutsch: Planetare Gesundheit) als umfassendes Gesundheitskonzept. Im Zentrum steht der ebenso schlichte wie folgenreiche Gedanke, dass ein gesundes Leben für uns Menschen nur auf einem gesunden Planeten möglich ist. Das nächste Hauptgutachten des Wissenschaftlichen Beirats der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen (WBGU), das 2023 veröffentlicht werden soll, wird diesem Thema gewidmet sein.

 

Referentin:

Die Ärztin und Epidemiologin Prof. Dr. Sabine Gabrysch ist Mitglied des WBGU und wird in ihrem Vortrag zentrale Elemente und Schlüsselfragen des Planetary Health-Ansatzes zur Diskussion stellen. Sie erhielt 2019 einen Ruf auf den Lehrstuhl für Klimawandel und Gesundheit, der von der Berliner Charité und dem Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung als bundesweit erster an einer medizinischen Fakultät eingerichtet wurde.

 

Die Anmeldung zu dieser Online-Veranstaltung erfolgt über die Website des oekom e.V.: hier.

 

 

 

142. Abend: Montag, den 21. Februar 2022

 

Mycle Schneider

 

Atomkraft & Klima

Die (vermeintliche) Renaissance der Atomenergie in Zeiten des Klimawandels

 

Thema:

Mit Atomstrom gegen den Klimawandel? Diese Frage wird in letzter Zeit immer häufiger diskutiert – weniger in Deutschland, dafür weltweit. Denn Kernenergie, die zurzeit noch zehn Prozent der weltweiten kommerziellen Stromproduktion ausmacht, gilt vielen als „CO2-arm“ und insofern „klimafreundlich“, ja „nachhaltig“. So auch jüngst die Begründung dafür, Kernenergie (und Erdgas) als nachhaltige Energieformen in die sog. EU-Taxonomie aufnehmen zu wollen, wodurch verstärkt private wie öffentliche Gelder in diesen Energiesektor fließen sollen.

 

In dem Vortrag wollen wir der Frage nachgehen, ob Kernenergie wirklich „klimafreundlich“ ist oder ob sie womöglich auf indirektem Wege die Klimakrise sogar verschärft. Zudem wollen wir uns einen Überblick verschaffen über die Entwicklung der Kernenergie weltweit (Renaissance oder schleichender Niedergang?), aber auch darüber, welche Auswirkungen die Corona-Pandemie auf Sicherheit und Risikomanagement der Anlagen hatte und hat. Ein besonderes Augenmerk wird dem aktuellen (Zu-)Stand des Atomprogramms unseres Nachbarn Frankreich gewidmet, das mehr als die Hälfte der Atomkraftwerke in der EU betreibt.

 

Referent:

Mycle Schneider gilt international als einer der renommiertesten Fachleute auf diesem Gebiet. Er ist Herausgeber des jährlich erscheinenden World Nuclear Industry Status Report (WNISR). Der WNISR ist ein unabhängiges Referenzwerk zur Entwicklung der globalen Atomkraftwerksindustrie. Schneider hat an zahlreichen Universitäten und Ingenieurschulen gelehrt und arbeitet als unabhängiger Berater für Regierungen, Think Tanks und internationale Organisationen. Er lebt in Paris. 1997 erhielt er den Alternativen Nobelpreis (Right Livelihood Award).

 

Die Anmeldung zu deiser Online-Veranstaltung via Zoom erfolgt über die Website des oekom e.V.: hier.