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Themen und Referent/innen 2011


54. Abend: Freitag, den 9. Dezember 2011

 

Dr. Michael Bilharz, Dr. Roland Geres und diverse Akteure von Münchner Nachhaltigkeitsinitiativen

 

"Ich fang schon mal an ..."

Energiewende privat – persönliches Engagement in Zeiten des Klimawandels

 

Zum Thema:

Unter dem Eindruck der Nuklearkatastrophe von Fukushima hat die deutsche Regierung den Ausstieg aus der Atomenergie und den weiteren Ausbau Erneuerbarer Energien beschlossen. Diese „Energiewende“ erfordert nicht nur staatliches Handeln, sondern gleichermaßen zivilgesellschaftliches Engagement. Unter dem Motto „Ich fang schon mal an ...“ wollen wir über die Notwendigkeit, aber auch die vielfältigen Möglichkeiten einer „privaten“ Energiewende diskutieren. Im Zentrum stehen dabei inspirierende und mutmachende Beispiele Münchner Bürgerinnen und Bürger.

 

Programm

 

I. Einführung

 

  • Dr. Michael Bilharz, Umweltbundesamt Dessau: Klimafreundlicher Konsum: Worum es geht – Worauf es ankommt

 

II. Erfahrungen & Ermutigungen

 

"Wir fangen schon mal an ..." – Es berichten:

  • Agnes Stante, Elisabeth Koch, Marianne Pfaffinger: Klimawerkstätten München und Chiemgau

 

  • Elisabeth Hollerbach, Wohnbaugenossenschaft wagnis eG

 

  • Gabriele Simbürger, Food & More GmbH

 

  • Lutz Dziarnowski, The Foo e.V.: Klimaneutrale Grundschule

 

  • Vanessa Mantini, GreenCity e.V., Dr. Solveig Tietz und zwei Schülerinnen des Thomas-Mann-Gymnasiums: Carrot Mob macht Schule

 

  • Gunda Krauss: Projekt "Gunda unterwegs"

 

III. Impulsreferat

 

  • Dr. Roland Geres, FutureCamp Holding GmbH: Kompensation un Klimaneutralität – Ablasshandel oder unverzichtbar für einen klimafreundlichen Lebensstil?

 

Veranstaltungsort und -zeit:

HVB-Forum, Prannerstr./Ecke Kardinal-Faulhaber-Str., 80333 München

16.00 bis ca. 21.00 Uhr

 

Anmeldung: Eine Teilnahme ist nur nach persönlicher Anmeldung möglich (hier)

 

 

53. Abend: Mittwoch, den 5. Oktober 2011

 

Prof. Dr. Armin Nassehi und David Wegener

 

Wie urban ist die Welt?

 

Zum Thema:

Vom 5. bis 21. Oktober findet der 5. „Münchner Klimaherbstes“ statt, der die Zukunft des urbanes Lebens im Zusammenhang mit nachhaltiger Entwicklung behandeln wird. Dieses Thema steht auch im Zentrum der Auftaktveranstaltung.

 

Die Gegenwart ist durch zunehmende Verstädterung und globale Verknüpfung gekennzeichnet. Die Entstehung von Megastädten ist eng verbunden mit der Integration der Städte in globale wirtschaftliche und soziale Zusammenhänge. Dieser Prozess wird einerseits als Gefahr, andererseits aber auch als Potenzial für gesellschaftliche Entwicklungen wahrgenommen. Grundsätzlich stellt sich dabei die Frage der Planung und Steuerung der Urbanisierung in Bezug auf Klimaschutz und nachhaltige Entwicklung: Können lebenswerte Städte überhaupt geplant werden? Oder werden diese nicht vielmehr von den Einwohnern selbst durch immer wieder neue Formen von Lokalität, Kooperation, wirtschaftlichen Beziehungen und Subkulturen hervorgebracht?

 

Zu den Referenten: Die Auftaktveranstaltung des Münchner Klimaherbstes versucht in Form eines mode-rierten Gesprächs zwischen einem Soziologen und einem Architekten und Stadtplaner, auf diese Fragen erste Antworten zu geben. Es nehmen teil:

 

  • Prof. Dr. Armin Nassehi, Lehrstuhl für Soziologe an der Ludwig-Maximilians-Universität München, und

  • David Wegener, Assoziierter des Architekturbüros Sauerbruch Hutton, Berlin

 

Moderation: Sabine Reeh, Bayerischer Rundfunk.

 

Veranstaltungsort und -zeit:

Alter Rathaussaal, Marienplatz 15

19.00 bis 21.00 Uhr

 

Anmeldung: Projektbüro des Münchner Klimaherbstes: 089 / 33 09 57 83 oder per Mail an: (Jonas Bergmiller)

 

 

52. Abend: Freitag, den 16. September 2011

 

Prof. Dr. Karlheinz A. Geißler

 

Alles hat seine Zeit, nur ich hab keine

Eine Gutenachtgeschichte über die „Natur“ der Zeit

 

Zum Thema:

Wir leben in einer Nonstop-Gesellschaft, die sich ganz dem Diktat der Beschleunigung verschrieben hat. Langsamkeit, Wiederholungen, Warten und Pausen sind die natürlichen Feinde des „Immer schneller!“.

 

Wie sind wir in diesen Strudel der Zeitverdichtung geraten? Warum verlieren wir die Natur der Zeit mit der ihr eigenen Vielfalt an Zeitformen immer wieder aus dem Blick? Und gibt es Wege aus der Dringlichkeitsfalle in ein Leben jenseits von Alltagshektik und Beschleunigung, das nicht nur unsere Nerven, sondern auch die Umwelt schont? – In seiner Kulturgeschichte der Zeit wird Prof. Dr. Karlheinz A. Geißler Antworten auf die drängenden Fragen unseres Umgangs mit Zeit geben sowie Denkanstöße für ein Leben jenseits von Alltagshektik und Beschleunigung.

 

Zum Referenten:

Karlheinz A. Geißler ist einer der bekanntesten Zeitforscher Deutschlands. Er studierte Philosophie, Ökonomie und Pädagogik und war von 1975 bis 2006 Professor für Wirtschafts- und Sozialpädagogik an der Universität der Bundes-wehr in München. Er ist Mitbegründer des Tutzinger Projekts »Ökologie der Zeit« und der Deutschen Gesellschaft für Zeitpolitik.

 

Veranstaltungsort und -zeit:

münchner zukunftssalon des oekom e.V., Waltherstr. 29 (Rückgebäude), 80337 München (U-Bahn Goetheplatz)

Beginn: 18.00 Uhr

 

Anmeldung: Eine Teilnahme ist nur nach persönlicher Anmeldung bis zum 14.9. möglich (hier)

 

 

51. Abend: Dienstag, den 12. Juli 2011

 

Dr. Manfred Osten

 

Der grüne Goethe

Zur Aktualität eines Klassikers im 21. Jahrhundert

 

Zum Thema:

Dass Goethe zu den Pionieren der modernen Ökologie gezählt werden muss, ist leider kaum bekannt. Wie kein anderer hat Goethe bereits vor bald 200 Jahren den Anstieg der Meere und andere „Rachefeldzüge“ der Natur prophezeit: „In jeder Art seid ihr verloren; / Die Elemente sind mit uns verschworen. / Und auf Vernichtung läufts hinaus.“ So die warnenden Worte von Mephisto im Faust.

 

Goethe ist jedoch kein Apokalyptiker. Auch wenn „Ökologie“ zu seinen Zeiten noch kein gebräuchlicher Begriff war, sind es nicht zuletzt Goethes Naturbeobachtungen und naturphilosophischen Reflexionen gewesen, die ein ganzheitliches Verständnis des ökologischen Verwobenseins von Mensch und Natur beförderten. Ein Bild von der Einheit der Natur, das auch für den heutigen ökologischen Diskurs über die allgemeine Naturkrise maßgebend sein könnte. „Die Erde mit sich selbst versöhnen“ – das wäre für Goethe eine zukunftsentscheidende kulturelle Aufgabe, auch und gerade für uns heutige Menschen.

 

Zur Referenten:

Der ehemalige Diplomat und Publizist Dr. Manfred Osten wird in seinem Vortrag in die hochaktuelle ökologische Bedeutung der Goetheschen Forderung einer alternativen Kultur der Mäßigung und des Verzichts einführen. Dr. Manfred Osten, der von 1995 bis 2003 Generalsekretär der Alexander von Humboldt-Stiftung war, ist Autor zahlreicher Bücher und Essays zu kulturwissenschaftlichen Themen, darunter die Studie über „Goethes Entdeckung der Langsamkeit“.

 

Veranstaltungsort und -zeit:

Schweisfurth-Stiftung, Südliches Schlossrondell 1, 80638 München

Beginn: 19.00 Uhr

 

 

50. Abend: Montag, den 23. Mai 2011

 

Prof. Dr. Tim Jackson

 

Prosperity without Growth

 

Zum Thema:

Was garantiert Wohlstand und sozialen Frieden? Wie ein Mantra kommt die Antwort aus Politik und Wirtschaft: Wachstum, Wachstum, Wachstum! Aber ist das noch glaubhaft angesichts der globalen, nicht zuletzt wachstumsbedingten Verwerfungen der jüngsten Finanz- und Wirtschaftskrisen – und angesichts der ökologischen Schäden, die unser Wirtschaften produziert?

 

Dass die armen Länder Entwicklung brauchen, ist unstrittig. In den hoch entwickelten Ländern verdichten sich allerdings die Hinweise, dass stetig steigender Konsum und die einseitige Orientierung an den Zuwachsraten des Bruttoinlandsprodukts unsere Gesellschaft in die Irre führen. Angesichts des Klimawandels und der zunehmenden Verknappung zentraler Ressourcen wie z. B. des Erdöls gilt es daher, neue Wohlstandskonzepte zu entwerfen, die nicht auf materiellem Wachstum, steigendem Konsum und weiterem Verbrauch von Ressourcen gründen. Diese weltweite Diskussion ist mittlerweile auch in Deutschland angekommen. Vor wenigen Monaten hat die vom Deutschen Bundestag eingesetzte neue Enquetekommission „Wachstum, Wohlstand, Lebensqualität“ ihre Arbeit aufgenommen.

 

Zum Referenten:

Ein wichtiger Impulsgeber für diese Debatte ist der britische Ökonom Tim Jackson. Im Auftrag der britischen Regierung ist er den Zusammenhängen von Wachstum und Wohlstand nachgegangen und hat eine viel beachtete Studie über „Wohlstand ohne Wachstum“ vorgelegt, deren zentrale Ergebnisse er in seinem Vortrag vorstellen wird. Jackson ist Professor im Zentrum für Umweltstrategien an der University of Surrey und leitet die Wirtschaftliche Führungsgruppe der Kommission für Nachhaltige Entwicklung, einem unabhängigen Beirat der britischen Regierung. Tim Jackson zählt international zu einem der wichtigsten Vordenker einer neuen „Postwachstumsökonomie“.

 

Veranstaltungsort und -zeit:

Preysing-Saal im HVB-Forum, Prannerstr. 4, 80333 München

Beginn: 19.00 Uhr

Teilnahme nur nach persönlicher Anmeldung möglich!

 

 

49. Abend: Donnerstag, den 14. April 2011

 

Dr. Anita Idel

 

Die Kuh ist kein Klima-Killer!

Zur Rolle nachhaltiger Weidewirtschaft für die Welternährung

 

Zum Thema:

Kühe haben ein zunehmend schlechtes Image. Sie gelten als „Klima-Killer“. Denn beim Verdauen rülpst jede Kuh das Gas Methan aus, das dem Treibhaus Erde 25-mal stärker einheizt als Kohlendioxid. Deshalb wird das Rindvieh gern mit dem Klimaschädling Auto verglichen. Angeblich belasten 250 Kilometer mit dem Kleinwagen auf der Autobahn das Klima im gleichen Maße wie ein Kilo Rindfleisch. Aber stimmt diese Klimabilanz? Sollte man die Kuh wie manch andere CO2-Schleuder aus dem Verkehr ziehen?

 

Die Tierärztin und Buchautorin Anita Idel plädiert in ihrem Vortrag für einen Perspek-tivenwechsel: Nicht die Kühe als solche seien ein Klimaproblem, sondern die ener-gieaufwändige intensive Landwirtschaft mit ihren Monokulturen und den synthetischen Düngergaben. Letztere verursachen die klimaschädlichsten landwirtschaftlichen Emissionen. Und die Kuh wird zum Nahrungskonkurrenten des Menschen ge-macht, wenn sie – statt zu grasen – mit Getreide, Mais und Soja gefüttert wird.

 

Stattdessen müssten die Potenziale der Weidewirtschaft für die Welternährung in den Fokus von Agrarforschung und -politik rücken. Denn 40 Prozent der weltweiten Landfläche können nicht beackert werden. Diese Feuchtwiesen, Almen, Steppen und Savannen zählen zu den größten Proteinquellen auf der Erde, so Anita Idel. Und nachhaltige Beweidung mit Kuh & Co speichert durch Wurzelwachstum und Humusbildung Kohlenstoff im Boden. So können Rinder und ihre wiederkäuenden Verwandten – entgegen der gängigen Annahme – sogar zur Begrenzung des Klimawandels beitragen. Die Kuh: ein geborener Klimaschützer! Wenn man sie nur lässt ...

 

Zur Referentin:

Dr. Anita Idel ist Tierärztin und war von 2005 bis 2008 Lead-Autorin des Weltagrarberichts (IAASTD). Seit 1986 hat sie einen Lehrauftrag an der Universität Kassel inne. Als Mediatorin ist sie in den Spannungsfeldern Ökonomie und Tierschutz sowie Landwirtschaft und Naturschutz tätig.

 

Veranstaltungsort und -zeit:

Schweisfurth-Stiftng, Südliches Schlossrondell 1, 80638 München

Beginn: 19.00 Uhr

 

 

 

48. Abend: Donnerstag, den 17. März 2011

 

Dr. Christa Müller & Ella von der Haide

 

Urban Gardening. Über die Rückkehr der Gärten in die Stadt

 

Zum Thema:

Landwirtschaft und Gärtnern in der Stadt erleben zurzeit weltweit eine Renaissance. Neben den traditionellen Kleingärten entstehen an zahlreichen Orten neue Nachbarschafts- und Gemeinschaftsgärten, Interkulturelle Gärten, Kraut- und Schulgärten, aber auch neue urbane Aktionsformen wie das Guerilla Gardening. Nicht nur in den Ländern des Südens, auch bei uns in Deutschland boomt die Lust am Eigenanbau von Gemüse und Obst sowie an nachbarschaftlichen Begegnungen im Grünen. Hier wird im Kleinen bereits vorweggenommen und gelebt, was die künftige Entwicklung im großen Stil erfordert: nachhaltige Lebensstile und neue Wohlstandsmodelle, die weniger von materiellem Überfluss geprägt sind als vom Verständnis für die eigenen Lebensgrundlagen sowie einem neuen Gemeinschaftssinn.

 

Anhand von Filmbeispielen und konkreten Projekten aus Deutschland und den USA berichten die beiden Referentinnen über die Rückkehr der Gärten in die Stadt, zeigen die Vielfalt der neuen Gartenbewegung auf und stellen Verknüpfungen zu gesellschaftlich relevanten Entwicklungen her, in die der Boom der Gemeinschaftsgärten eingebettet ist.

 

Zu den Referentinnen:

Dr. Christa Müller ist Soziologin und Geschäftsführende Gesellschafterin der Stiftungsgemeinschaft anstiftung & ertomis und der Stiftung Interkultur in München. Seit 1999 forscht sie zu urbaner Subsistenz und begleitet Projekte in Interkulturellen Gärten und Gemeinschaftsgärten. – Ella von der Haide ist Gartenaktivistin und Dokumentarfilmerin. Sie forscht und filmt seit vielen Jahren weltweit in Gemeinschaftsgärten und wird vor allem über jüngsten Entwicklungen in den USA berichten.

 

Veranstaltungsort und -zeit:

Schweisfurth-Stiftng, Südliches Schlossrondell 1, 80638 München

Beginn: 19.00 Uhr

 

 

 

47. Abend: Mittwoch, den 9. Februar 2011

 

Prof. Dr. Martin Faulstich

 

Klimapolitik nach Cancun

 

Zum Thema:

Der Klimagipfel im mexikanischen Cancún ist beendet. Nach dem Scheitern der Weltklimakonferenz in Kopenhagen hatten die wenigsten Beobachter einen klimapolitischen Durchbruch erwartet. Dass die Verhandlungen in Cancún im vergangenen Dezember nicht ebenso erfolglos endeten wie jene 2009 und sich die 194 Staaten auf gemeinsame Ziele und mögliche Instrumente des Klimaschutzes einigen konnten, wird von vielen Beobachtern – ebenso wie die Weiterführung des UN-Prozesses – bereits als Hoffnungsschimmer gewertet. Es stellen sich also einige konkrete Fragen zur Erfolgsbilanz des Klimagipfels von Cancún:

 

  • Welche konkreten Beschlüsse wurden bei der Konferenz in Cancún gefasst?

  • Wie sind sie zu bewerten?

  • Was müssen zukünftige internationale Verhandlungen erreichen?

  • Welche Rolle können und müssen Deutschland und die EU bei der zukünftigen Klimapolitik spielen?

 

Der Vortrag von Professor Faulstich wird die komplexe Thematik einer Klimapolitik nach Cancún darstellen und versuchen, zukunftsweisende Antworten auf die genannten Fragen zu geben.

 

Zum Referenten:

Prof. Dr.-Ing. Martin Faulstich ist Inhaber des Lehrstuhls für Rohstoff- und Energietechnologie an der Technischen Universität München, Geschäftsführender Direktor des Wissenschaftszentrums Straubing sowie Vorsitzender des Sachverständigenrats für Umweltfragen der Bundesregierung in Berlin.

 

Veranstaltungsort und -zeit:

Vortrag im Rahmen der "Ringvorlesung Umwelt" an der Technischen Universität München, Hörsaal 1100, Arcisstr. 21.

Beginn: 19.30 Uhr